Du hast eine Idee – aber keine Materialien. Und jetzt?
Kennst du dieses Gefühl?
Du siehst irgendwo ein tolles Upcycling-Projekt – auf Instagram, Pinterest, hier im Blog – und denkst sofort: „Oh mein Gott, das will ich auch machen!“
Und dann kommt er. Dieser eine Gedanke, der so viele kreative Ideen noch bevor sie richtig anfangen wieder ausbremst:
„Ja, aber… ich habe die Materialien dafür nicht.“
Und schon ist die Begeisterung ein kleines bisschen kleiner. Der Plan wandert auf die mentale „Irgendwann-Liste“. Und irgendwann bedeutet bekanntlich: nie. lol
Ich kenne das so gut. Und ich möchte dir heute zeigen, warum dieser Gedanke in den allermeisten Fällen einfach nicht stimmt.
Denn die Wahrheit ist: Upcycling Material finden ist viel einfacher als du denkst. Und vieles davon bekommst du komplett kostenlos – du musst nur wissen wo du schauen musst.
Genau das zeige ich dir heute. Mit allen Quellen, die ich selbst nutze, meinen persönlichen Tipps – und einem kleinen Geheimtipp am Ende, der meine Art zu denken wirklich verändert hat. 💛
Mein größter Aha-Moment – und warum er alles verändert hat
Ich muss kurz eine Geschichte erzählen.
Früher habe ich für meine kreativen Projekte fast immer etwas gekauft. Neuer Stoff, neue Deko, neue Materialien. Gleichzeitig – und das ist der witzige Teil – habe ich regelmäßig Dinge weggeworfen oder zur Altkleidersammlung gebracht, die ich nicht mehr gebraucht habe.
Ich habe also einerseits Dinge gekauft und andererseits Dinge weggeworfen. Zur gleichen Zeit. Das glaubt mir keiner – aber so war es wirklich. lol
Und dann kam dieser eine Moment, wo ich beides auf einmal gesehen habe. Ich stand vor einer alten Tischwäsche, die ich eigentlich entsorgen wollte – und gleichzeitig hatte ich im Kopf eine Idee für ein Nähprojekt, für das ich „noch Stoff kaufen müsste“.
Und plötzlich dachte ich: Moment mal.
Das war mein Aha-Moment. Seitdem schaue ich zuerst – und kaufe dann nur noch das, was wirklich fehlt. Und weißt du was? Das ist überraschend wenig.
Quelle 1: Anzeigen zum Verschenken – mein absoluter Favorit
Wenn ich eine einzige Quelle empfehlen müsste, dann diese.
Auf Plattformen wie Willhaben oder Shpock gibt es eine eigene Kategorie für Dinge, die Menschen einfach loswerden möchten – kostenlos, zum Abholen. Und was dort manchmal auftaucht, ist wirklich unglaublich.
Ich habe dort schon gefunden:
✔ alte Leinwände in verschiedenen Größen, Bilderrahmen – manchmal ganze Pakete davon
✔ Tabletts, Geschirr, Gläser
✔ Stoffe und Textilien
✔ Deko aller Art
✔ sogar Möbelstücke die perfekt für Upcycling geeignet sind
Und das alles – kostenlos. Einfach so. Weil jemand anderes es nicht mehr braucht und froh ist, wenn es jemand abholt statt im Müll landet.
Mein persönlicher Geheimtipp dazu:
Ich schaue nicht extra für Upcycling-Material auf Willhaben. Stattdessen habe ich mir angewöhnt: Bevor ich irgendwo hinfahre – egal ob einkaufen, jemanden besuchen, einen Termin wahrnehmen – schaue ich kurz nach, ob es in der Nähe oder genau in dem Ort, wo ich sowieso hinfahre, gerade etwas zu verschenken gibt.
So mache ich keine extra Wege. Ich nehme einfach mit, was auf meinem Weg liegt. Dinge, die sonst vielleicht weggeworfen würden – und für mich werden sie zu Projekten, zu Ideen, zu etwas Schönem.
Das fühlt sich nicht nur praktisch an. Das fühlt sich richtig an. 💛
Praktischer Tipp für die Abholung:
Wenn du regelmäßig auf Willhaben oder bei Haushaltsauflösungen unterwegs bist, empfehle ich dir unbedingt ein paar stabile Stofftaschen oder einen Korb immer im Auto dabei zu haben. So bist du sofort bereit, wenn sich spontan eine Gelegenheit ergibt – und dein gesammeltes Material kommt sicher nach Hause.
👉 Stabile Stofftaschen für den Transport*
Quelle 2: Haushaltsauflösungen – wo echte Schätze warten
Haushaltsauflösungen sind eine weitere absolute Goldgrube für Upcycling Material – und ich glaube, viele unterschätzen das.
Bei einer Haushaltsauflösung wird oft der gesamte Inhalt eines Haushalts aufgelöst – und da ist wirklich alles dabei. Dinge die noch wunderbar erhalten sind, aber einfach keinen Platz mehr haben oder niemanden mehr der sie braucht.
Was ich dort besonders gerne mitnnehme:
- Textilien – Handtücher, Bettwäsche, Tischwäsche. Stoffe in einer Qualität, die man heute kaum noch kaufen kann, weil früher einfach robuster gewebt wurde
- Deko – Vasen, Figuren, kleine Schalen. Oft wunderschöne alte Stücke mit Charakter
- Küchenutensilien – Geschirr, Gläser, Tabletts. Perfekt zum Upcyclen oder auch einfach zum Weiterverwenden
Und manchmal passiert dabei etwas Unerwartetes: Du findest etwas, das dir so gut gefällt, dass du es gar nicht erst upcyceln willst – sondern einfach so behältst. Auch das ist erlaubt. lol
Wie findest du Haushaltsauflösungen?
Auf Willhaben und Shpock werden auch Haushaltsauflösungen inseriert. Zusätzlich lohnt es sich, in lokalen Facebook-Gruppen zu schauen oder einfach im Bekanntenkreis herumzufragen – oft erfährt man von solchen Gelegenheiten durch Mundpropaganda. Ich persönlich halte mich da aber vor allem an Willhaben.
Quelle 3: Der eigene Haushalt – oft die beste Quelle überhaupt
Ich weiß, das klingt fast zu einfach. Aber es stimmt wirklich.
Bevor du anfängst zu suchen – schau zuerst bei dir selbst nach.
Keller. Dachboden. Alte Kisten. Schränke die schon lange nicht mehr aufgemacht wurden. Du wirst staunen, was da schlummert.
Ich habe bei mir gefunden:
- Stoffe und Garnreste aus alten Nähprojekten
- Alte Bilderrahmen, die ich „irgendwann mal“ neu gestalten wollte
- Küchenutensilien, die ich nicht mehr benutze aber auch nicht wegwerfen wollte
- Deko, die nicht mehr zu meinem aktuellen Stil passt aber noch wunderschön ist
Und genau aus diesen Dingen entstehen oft die persönlichsten Projekte. Weil da Erinnerungen dranhängen. Weil du weißt woher sie kommen. Weil sie eine Geschichte haben.
Tipp: Dein gesammeltes Material organisiert aufbewahren
Wenn du anfängst, Materialien zu sammeln, merkst du schnell: Es wird mehr. Schneller als erwartet. lol
Damit du den Überblick behältst und weißt was du hast, empfehle ich dir Aufbewahrungsboxen in verschiedenen Größen – für Stoffe, Garne, kleine Deko-Elemente, Werkzeug. Beschriftet und sortiert weißt du immer sofort was da ist und sparst dir das nervige Suchen, wenn du mitten im Projekt bist.
👉 Aufbewahrungsboxen / Sortierboxen* – gibt es in verschiedenen Größen mit Deckel
Und damit das Beschriften auch Spaß macht – oder zumindest schnell geht:
Quelle 4: Familie und Freunde – einfach fragen!
Das ist so simpel, dass es fast schon wieder mutig ist. Einfach fragen.
„Hast du gerade etwas, das du nicht mehr brauchst?“ oder manchmal redet man und die andere Person sagt, sie weiß nicht, was sie mit diesem oder jenem machen soll, sie hat keine Verwendung dafür. Dann kann man einhaken und erzählen, was man aus so was machen könnte oder wie ich es verwende.
Diese eine Frage hat mir schon so viele wunderbare Materialien eingebracht. Stoffe aus dem Nachlass einer Schwiegermutter. Häkeldeckchen von der Tante. Alte Rahmen von der Nachbarin. Dinge, die sonst weggeworfen oder anonym gespendet worden wären – und die jetzt in meinen Projekten weiterleben.
Und weißt du was? Die meisten Menschen freuen sich wirklich, wenn ihre Sachen noch jemand verwenden kann. Es fühlt sich für beide Seiten gut an – für die Person die loslässt, und für dich die etwas Neues daraus macht.
Also: Frag einfach. Das Schlimmste das passieren kann ist ein „Nein“ – und das war es dann auch schon.
Quelle 5: Second-Hand-Shops und Flohmärkte – wenn’s doch etwas kosten darf
Okay, hier bekommst du die Dinge nicht kostenlos – aber ich möchte diese Quelle trotzdem unbedingt erwähnen, weil sie so wertvoll ist. Flohmärkte sind meist zu einer Zeit, wo ich nicht kann oder nicht direkt in der Nähe.
Second-Hand-Shops sind perfekt, wenn du gezielt etwas suchst, das du bei den kostenlosen Quellen noch nicht gefunden hast. Die Preise sind meist sehr fair – und du bekommst oft Qualität, die du neu in diesem Preisbereich nicht mehr findest.
Besonders spannend: In Oberösterreich gibt es die sogenannten Revital-Shops, wo gebrauchte Artikel sehr günstig verkauft werden. Und am ersten Freitag im Monat gibt es den Halbpreistag – da bekommst du Kleidung, Geschirr, Wäsche, Spielsachen, Bücher zum halben Preis. Oh mein Gott, das ist wirklich ein Geheimtipp! 😄
Ich bin mir sicher: Auch in deiner Nähe gibt es ähnliche Angebote. Es lohnt sich, einmal gezielt danach zu suchen – in deiner Gemeinde, deiner Stadt, deinem Bundesland.
Wenn du anfängst zu sammeln: Das brauchst du wirklich
Ich möchte kurz bei einem Thema bleiben, das viele am Anfang unterschätzen: die richtige Grundausstattung.
Denn eines ist klar – wenn du anfängst, regelmäßig Materialien zu sammeln und Upcycling-Projekte umzusetzen, wirst du bestimmte Werkzeuge immer wieder brauchen. Eine gute Schere. Einen Cutter. Eine Heißklebepistole.
Das sind keine luxuriösen Extras – das sind die Basics, ohne die vieles einfach nicht funktioniert. Und ein gutes Set macht wirklich einen Unterschied. Ich habe früher immer mit dem billigsten Equipment gearbeitet und mich dann geärgert wenn die Schere nicht schneidet oder die Heißklebepistole tropft.
Einmal in gute Grundausstattung investieren – und dann jahrelang Freude daran haben. Das lohnt sich.
Warum ich das alles so liebe – und was es mit mir macht
Ich könnte dir jetzt viel über Nachhaltigkeit erzählen. Über weniger Müll, über bewussteren Konsum, über den ökologischen Fußabdruck.
Und das alles stimmt. Wirklich.
Aber ehrlich gesagt ist das nicht der Hauptgrund warum ich so leidenschaftlich Upcycling Material sammle und verwende.
Der eigentliche Grund ist viel persönlicher.
Es ist dieses Gefühl wenn du etwas siehst – eine alte Schüssel bei einer Haushaltsauflösung, ein Häkeldeckchen das jemand verschenkt, einen Stofffetzen aus dem eigenen Keller – und plötzlich siehst du nicht mehr was es ist. Du siehst was es werden könnte.
Dieser Moment. Dieser kleine kreative Funke.
Den kann dir niemand nehmen. Den kaufst du nicht im Laden. Den findest du genau dort – in den Dingen die andere nicht mehr sehen. 💛
Und dann noch das Gefühl am Ende, wenn das Projekt fertig ist und du weißt: Das war mal ein Ding das weggeworfen worden wäre. Und jetzt ist es etwas Schönes. Etwas Einzigartiges. Etwas das eine Geschichte hat.
Das glaubt mir keiner – aber dieses Gefühl ist besser als jedes neu gekaufte Produkt. Versprochen.
Meine wichtigsten Tipps auf einen Blick
Bevor wir zum Fazit kommen, möchte ich dir noch ein paar Dinge mitgeben die ich wirklich gelernt habe – manchmal auf die harte Tour. lol
Fang klein an. Du musst nicht sofort alles sammeln und lagern. Such dir ein Projekt, überleg was du dafür brauchst – und schau dann gezielt danach. Das ist entspannter als ein voller Keller mit Dingen die du „irgendwann mal“ verwenden wolltest.
Bleib offen für Unerwartetes. Manchmal findest du etwas das du gar nicht gesucht hast – und genau daraus entsteht deine nächste beste Idee. Lass dich überraschen.
Du musst nicht perfekt planen. Das ist vielleicht mein liebster Tipp. Du brauchst keinen ausgefeilten Plan bevor du anfängst. Manchmal reicht es, etwas in der Hand zu halten und zu spüren: Da steckt noch was drin. Und dann einfach anfangen.
Teile deine Funde. Erzähl Freundinnen und Bekannten davon, dass du nach bestimmten Materialien suchst. Du wirst überrascht sein wie viele Menschen plötzlich an dich denken wenn sie etwas nicht mehr brauchen.
Häufige Fragen rund ums Upcycling Material finden
„Ich weiß nicht womit ich anfangen soll – was empfiehlst du?“
Fang mit dem eigenen Haushalt an. Schau in den Keller, den Dachboden, alte Kisten. Nimm dir eine Stunde Zeit – nur zum Schauen, ohne Druck. Du wirst fast sicher etwas finden das eine zweite Chance verdient hat.
„Was wenn ich gar keinen Platz habe um Materialien zu lagern?“
Dann sammle nur was du wirklich bald verwenden willst. Und investiere in gute Aufbewahrungsboxen, die sich platzsparend stapeln lassen – das macht einen riesigen Unterschied wenn der Platz begrenzt ist.
„Ist das wirklich kostenlos oder gibt es versteckte Kosten?“
Bei Anzeigen zum Verschenken und im eigenen Haushalt: ja, wirklich kostenlos. Bei Haushaltsauflösungen: kommt drauf an, manchmal ja manchmal nein. Second-Hand-Shops kosten etwas – aber sehr wenig im Vergleich zu Neupreisen.
„Wie erkenne ich ob etwas für Upcycling geeignet ist?“
Meine einfache Faustregel: Wenn du dich beim Anschauen fragst „Was könnte das werden?“ – dann ist es geeignet. Das Ding muss noch strukturell in Ordnung sein, also nicht wirklich kaputt oder verschimmelt. Alles andere ist Kreativitätssache.
„Was mache ich mit Materialien die ich dann doch nicht verwende?“
Weiterverschenken! Auf Willhaben, in Facebook-Gruppen, im Bekanntenkreis. Was für dich nicht passt, könnte für jemand anderen genau das Richtige sein. So bleibt der Kreislauf am Laufen. 💛
Fazit: Bevor du das nächste Mal etwas kaufst – schau zuerst
Du hast jetzt alle Quellen, alle Tipps, alle Tricks.
Und ich bitte dich wirklich: Das nächste Mal wenn du eine Idee hast und denkst „Ich müsste eigentlich noch Material kaufen…“ – stopp kurz. Schau zuerst.
Schau auf Willhaben. Schau bei Freundinnen nach. Schau in deinen eigenen Keller.
Ich wette, das was du suchst ist öfter schon da als du denkst. Oder jemand in deiner Nähe hat genau das – und wartet nur darauf gefragt zu werden.
Upcycling Material kostenlos finden ist kein Geheimnis und kein Zufall. Es ist einfach eine andere Art zu schauen. Eine die sich mit der Zeit immer natürlicher anfühlt – bis du irgendwann gar nicht mehr anders kannst als überall das Potenzial zu sehen.
Das glaubt mir keiner – aber ich sehe heute in fast jedem „alten Ding“ zuerst eine Möglichkeit. Und das ist eines der schönsten Dinge die mir das Upcycling geschenkt hat. 💛
Du weißt jetzt wo du die besten Materialien findest – oft kostenlos und direkt vor deiner Haustür. Aber weißt du auch schon was du daraus machen kannst?
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