Diese kleinen Garnreste… kennst du das Problem?
Da liegt es wieder. Dieses Knäuel.
Zu groß zum Wegwerfen. Zu klein für ein richtiges Projekt. Und irgendwie sammeln sich diese kleinen Garnreste über die Jahre an – in Körben, in Taschen, in Schachteln, in dieser einen Schublade ,die man eigentlich nie aufmacht, weil man dann wieder nicht weiß wohin damit. lol
Oh mein Gott, ich kenne das so gut. Bei mir war das irgendwann eine ganze Kiste voller bunter Knäuelchen in allen erdenklichen Farben. Jedes einzelne zu schade zum Wegwerfen – zusammen aber auch irgendwie… ein Problem.
Und dann kam mir diese eine Idee, die so simpel ist dass ich kurz gelacht habe als ich drauf gekommen bin:
Spüllappen stricken.
Natürlich! Warum nicht? Klein genug dass auch wenig Garn reicht. Praktisch genug, dass man sie wirklich jeden Tag braucht. Und mit Garnresten so bunt und einzigartig, dass sie plötzlich das schönste Ding in meiner Küche sind.
Das glaubt mir keiner – aber ich stricke heute meine Spüllappen selbst. Sieben Stück – für jeden Tag einen. Jeden Tag ein frischer. Und ich möchte das nie mehr anders machen. Wirklich nie mehr.
Heute zeige ich dir wie das geht – ob du Garnreste verwerten willst oder einfach mal etwas Kleines, Sinnvolles und Nachhaltiges stricken möchtest. Für Anfängerinnen genauso geeignet wie für alle die schon länger stricken und einfach ein entspanntes Projekt suchen.
Warum Spüllappen das perfekte Strickprojekt sind – besonders für Anfängerinnen
Bevor wir zu den Details kommen, möchte ich kurz erklären warum ich dieses Projekt so sehr liebe – und warum ich es wirklich jeder empfehle, egal auf welchem Strick-Level sie sich befindet.
Spüllappen stricken ist perfekt weil:
Es ist klein. Du brauchst kein riesiges Projekt zu planen, keine komplizierte Anleitung zu verstehen, keine Angst zu haben dass du nach drei Reihen aufgibst. Ein Spüllappen ist in ein paar Stunden fertig – auch wenn du nur zwischendurch ein bisschen strickst.
Es ist einfach. Nur rechte Maschen. Das war’s. Kein Perl, kein Muster, kein Zählen von komplizierten Rapport-Reihen. Einfach stricken und dabei entspannen.
Es ist sinnvoll. Am Ende hast du kein Deko-Objekt, das irgendwo rumsteht – sondern etwas das du wirklich täglich benutzt. Das fühlt sich gut an.
Es ist nachhaltig. Garnreste verwerten statt wegwerfen, gekaufte Wegwerfprodukte (die meist aus Kunststoff sind) ersetzen – das ist echter Beitrag zu einem bewussteren Alltag, ohne dass es sich nach Verzicht anfühlt.
Und es macht süchtig. Das sage ich dir jetzt schon als Warnung. Du strickst einen – und dann noch einen – und dann noch einen.
Welche Wolle eignet sich wirklich fürs Spüllappen stricken?
Das ist die wichtigste Frage überhaupt – und ich möchte sie wirklich klar beantworten, weil hier der größte Fehler passiert.
Baumwolle ist Pflicht. Wirklich.
Kein „na ja, ich hab halt nur Acryl da“ – Acryl funktioniert für Spüllappen einfach nicht gut. Hier ist der Grund:
Baumwolle ist saugfähig – sie nimmt Wasser auf, statt es abzuweisen. Genau das willst du von einem Spüllappen. Baumwolle ist robust – sie hält auch intensivem täglichen Gebrauch stand. Und Baumwolle ist waschbar bei 60 Grad – was bei einem Spüllappen wirklich wichtig ist, weil der regelmäßig heiß gewaschen werden sollte.
Synthetische Fasern wie Acryl oder Polyester hingegen sind nicht saugfähig, können bei hohen Temperaturen Schaden nehmen – und ehrlich gesagt fühlen sie sich beim Spülen auch einfach nicht so gut an.
Du hast keine Baumwoll-Garnreste?
Kein Problem! Dann ist das die perfekte Gelegenheit, dir ein schönes Baumwollgarn zu kaufen – und dann hast du auch gleich die Basis für viele weitere Spüllappen.
Hier findest du gutes Baumwollgarn das ich empfehlen kann:
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Mein Tipp: Kauf gleich mehrere Farben – dann kannst du von Anfang an mit Farbkombinationen spielen und jeder Lappen wird zum kleinen Kunstwerk. 😄
Welche Stricknadeln brauchst du?
Auch das ist eine häufige Frage – und die Antwort ist einfacher als du vielleicht denkst.
Für Spüllappen aus Baumwolle empfehle ich Nadelstärke 3,5 bis 4 – je nach Garnstärke. Das ergibt ein schönes, stabiles Strickbild das fest genug ist um gut zu spülen aber nicht zu steif wirkt.
Und jetzt kommt mein persönlicher Tipp, den ich wirklich jedem ans Herz legen möchte: Ich stricke meine Spüllappen immer mit Rundstricknadeln. Nicht weil ich rund stricke – sondern weil das Strickstück dabei auf dem Verbindungsseil aufliegt statt seitlich herunterzuhängen. Früher hatte ich genau dieses Problem mit normalen Nadeln: Das Gewicht des Stückes hat seitlich gezogen, meine Hände und Handgelenke wurden schnell müde – und das Stricken hat einfach keinen Spaß gemacht. Seit ich auf Rundstricknadeln umgestiegen bin ist das komplett weg. Das klingt nach einer Kleinigkeit – aber oh mein Gott, was für ein Unterschied! 😄
Also: Auch wenn du gerade Stricken und kein Rundstricken planst – hol dir Rundstricknadeln. Du wirst es nicht bereuen.
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So verwendest du deine Garnreste richtig – und jetzt wird’s kreativ!
Okay, jetzt kommt der Teil den ich am meisten liebe. Denn genau hier wird aus einem simplen Spüllappen etwas Besonderes.
Wenn du Garnreste in verschiedenen Farben hast, stehen dir mehrere wunderschöne Gestaltungsmöglichkeiten offen:
Variante 1: Streifen – modern und zeitlos
Strick den Lappen einfach in Abschnitten in verschiedenen Farben. Ein paar Reihen Weiß, dann ein paar Reihen Blau, dann wieder Weiß – fertig ist ein clean, moderner Look der in jede Küche passt. Du kannst die Streifen gleich breit machen oder bewusst variieren – beides sieht gut aus.
Variante 2: Bunter Mix – jeder Lappen ein Unikat
Einfach Farben wechseln wann immer du Lust hast – oder wann immer ein Knäuel zu Ende geht. Ohne Plan, ohne Regel. Das Ergebnis ist jedes Mal anders und jedes Mal irgendwie perfekt. Das glaubt mir keiner, aber diese „planlosen“ Lappen sind meistens die schönsten. 😄
Variante 3: Melierter Effekt – zwei Fäden zusammenstricken
Das ist meine heimliche Lieblingstechnik: Einfach zwei dünne Garnfäden in verschiedenen Farben zusammen auf die Nadel nehmen und gemeinsam verstricken. Das ergibt diesen wunderschönen melierten Effekt – weich, harmonisch, edel. Besonders schön mit ähnlichen Farbtönen wie Creme und Hellgrau, oder Mint und Weiß.
Variante 4: Dezente Kombination – für alle die’s ruhiger mögen
Ähnliche Farbtöne kombinieren – verschiedene Blautöne, verschiedene Naturtöne, verschiedene Grüntöne. Das wirkt ruhiger und edler als der bunte Mix – und passt wunderbar wenn du einen stimmigen Look in der Küche haben möchtest.
Die Kurzanleitung – für alle die sofort loslegen wollen
- 50–65 Maschen anschlagen, je nach Garnstärke
- Nur rechte Maschen stricken – jede Reihe, immer
- Stricken bis ca. 27 x 27 cm
- Abketten – fertig!
So einfach ist das wirklich. Keine Tricks, keine Geheimnisse.
Und wenn du die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Details, Tipps und Erklärungen für Anfängerinnen möchtest:
Die typischen Fehler – und wie du sie vermeidest
Ich wäre nicht ehrlich wenn ich dir sagen würde, dass alles sofort perfekt klappt. Hier sind die häufigsten Fehler die ich selbst gemacht habe – damit du sie nicht auch machen musst:
Fehler 1: Synthetisches Garn verwenden Ich hab’s oben schon erklärt – bitte wirklich Baumwolle nehmen. Der Unterschied im Alltag ist enorm.
Fehler 2: Zu dünnes Garn Mit sehr feinem Garn dauert es ewig bis der Lappen fertig ist – und er wird oft zu weich und nicht stabil genug. Ich empfehle ein normales Strickgarn in mittlerer Stärke, wenn man 2 dünnere Garne hat, kann man sie auch miteinander verstricken. Aber ganz dünnes, feines Häkelgarn eignet sich nicht.
Fehler 3: Zu locker stricken Spüllappen brauchen ein relativ festes Strickbild – sonst verlieren sie schnell die Form und halten nicht lange. Wenn du merkst dass dein Strickbild sehr locker ist, nimm einfach kleinere Nadeln.
Fehler 4: Zu wenig Maschen anschlagen 55 Maschen sind wirklich das Minimum – darunter wird der Lappen zu schmal für den praktischen Einsatz. Ich persönlich mag 60–65 Maschen am liebsten.
Bonus-Tipp: Normale Nadeln statt Rundstricknadeln
Das ist kein klassischer „Fehler“ – aber ein Tipp aus eigener leidvoller Erfahrung. Mit normalen Stricknadeln hängt das Strickstück seitlich herunter und zieht an den Händen. Das wird mit der Zeit unangenehm – besonders wenn du mehrere Lappen hintereinander oder größere Teile strickst. Mit Rundstricknadeln liegt alles schön auf dem Seil auf, die Hände entspannen sich – und du strickst viel länger ohne Ermüdung. Einmal ausprobiert, nie mehr anders. Versprochen.
Warum ich heute nur noch selbstgestrickte Spüllappen verwende
Ich möchte kurz ehrlich mit dir sein.
Früher hatte ich gekaufte Spüllappen. Diese günstigen Netz-Schwämme oder Schwammtücher aus dem Drogeriemarkt, immer im 3er-Pack, die nach ein paar Wochen schon aussehen wie nach zehn Jahren Dienst.
Heute verwende ich ausschließlich selbstgestrickte – und ich habe sieben Stück davon. Jeden Tag einen frischen, alle in der Wäsche am Ende der Woche. Kein Gestank, kein Chaos, kein Stress.
Und ich sage dir: Der Unterschied ist unglaublich. Selbstgestrickte Baumwoll-Spüllappen sind langlebiger, saugfähiger, schöner – und vor allem: Ich habe sie selbst gemacht. Das gibt ihnen eine ganz andere Qualität. Nicht nur praktisch, sondern auch emotional.
Ganz nebenbei spare ich damit auch Geld und Plastikverpackungen. Nicht dramatisch viel – aber es zählt. Jedes kleine Ding zählt.
Du strickst nicht gerne oder hast gerade keine Zeit?
Das ist völlig in Ordnung – ich verstehe das! Stricken ist nicht für jeden die liebste Beschäftigung, und manchmal fehlt einfach die Zeit oder die Muße.
Wenn du trotzdem auf gekaufte Einweg-Spüllappen verzichten möchtest, schau dir diese hier an – sie kommen im praktischen 3er-Pack und sind in verschiedenen Farben erhältlich:
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Nachhaltigkeit im Alltag – einfacher als du denkst
Ich weiß, das Wort „Nachhaltigkeit“ klingt manchmal schwer und überwältigend. Als müsste man sein ganzes Leben umkrempeln um wirklich einen Unterschied zu machen.
Aber weißt du was? Manchmal ist es so simpel wie das hier:
Garnreste nehmen. Spüllappen stricken. Weniger Müll produzieren.
Das ist alles. Kein Drama, keine große Geste – einfach eine kleine bewusste Entscheidung. Und genau diese kleinen Entscheidungen, zusammengenommen, machen einen echten Unterschied.
Und das Schöne: Diese Entscheidung macht nicht nur die Welt ein kleines bisschen besser – sie macht auch dir Freude. Weil du etwas mit deinen Händen geschaffen hast. Weil du Garnreste die sonst weggeworfen worden wären in etwas Nützliches und Schönes verwandelt hast.
Das ist Upcycling in seiner reinsten Form. Und ich liebe es. 💛
Häufige Fragen rund ums Spüllappen stricken
„Ich habe noch nie gestrickt – kann ich das trotzdem?“
Ja! Wirklich und ehrlich: ja. Spüllappen stricken bedeutet nur rechte Maschen stricken – das ist der allererste Stich den man lernt. Wenn du Maschen anschlagen und rechte Maschen stricken kannst, kannst du Spüllappen stricken. Das lernst du in einer halben Stunde. Die Anleitung hilft dir Schritt für Schritt dabei.
„Wie viel Garn brauche ich für einen Spüllappen?“
Für einen Spüllappen von ca. 27 x 27 cm brauchst du ungefähr 50–70 Gramm Garn – je nach Nadelstärke und wie fest du strickst. Das ist perfekt für Garnreste, weil du auch mit weniger auskommst wenn du Farben kombinierst.
„Wie oft und wie heiß kann ich die Spüllappen waschen?“
Bei reiner Baumwolle kannst du problemlos bei 60 Grad waschen – das ist sogar empfehlenswert für Hygiene. Trockner ist auch möglich, aber die Lappen trocknen auch schnell an der Luft.
„Kann ich statt Stricken auch häkeln?“
Absolut! Gehäkelte Spüllappen sind genauso wunderschön und praktisch. Die Technik ist anders aber das Grundprinzip – Baumwolle, einfaches Muster, praktische Größe – bleibt gleich. Wenn du lieber häkelst als strickst: nur zu!
„Was mache ich wenn mein Garn mitten im Lappen zu Ende geht?“
Einfach einen neuen Faden anknoten und weiterstricken – die Enden kannst du am Schluss vernähen. Oder du nutzt es bewusst als Farbwechsel und machst daraus einen Streifen. Problem gelöst, Unikat entstanden. 😄
Fazit: Klein anfangen – große Wirkung
Spüllappen stricken ist vielleicht das unscheinbarste Projekt das ich je gemacht habe.
Und gleichzeitig eines der befriedigendsten.
Weil es so praktisch ist. Weil es so einfach ist. Weil es Garnresten eine zweite Chance gibt, die sie verdienen. Und weil am Ende etwas entsteht, das ich täglich in den Händen halte und denke: Das hab ich selbst gemacht.
Also – hol deine Garnreste raus. Oder bestell dir ein schönes Baumwollgarn. Und fang einfach an.
Das glaubt mir keiner – aber aus ein paar bunten Garnresten und ein paar Stunden gemütlichem Stricken werden die schönsten Spüllappen die du je hattest. Garantiert. 💛
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